Tasche und Pressekarte vom Tokyo International Film Festival 2015. Foto: S. Blaschke
Tasche und Pressekarte vom Tokyo International Film Festival 2015. Foto: S. Blaschke

Tokyo International Film Festival 2016

Eine gute Woche lang steht Tokyo aktuell wieder im Zeichen des Tokyo International Film Festival. Am Eröffnungstag präsentierte man stolz weltbekannte Schauspielerinnen wie Hilary Swank und Helen Mirren auf dem roten Teppich – relativ ungewöhnlich, für das sonst sehr “einheimische” Festival. Ich hatte bisher erst die Gelegenheit einen Film zu sehen, hoffe aber, dass es bis zum Ende des Festivals am 31. Oktober noch ein paar mehr werden.

Am Samstagabend war ich in “Invisible” über die Lage der Filipinos in Japan. Es ist ein Spielfilm, der sich aber eher wie ein Dokumentarfilm anfühlt. Die Lage der Menschen, die häufig schlecht bezahlt und zu miesen Bedingungen arbeitend gerade so über die Runden kommen und trotzdem Geld heim in die Philippinen schicken, wird sehr glaubhaft dargestellt. Dabei sind es nicht nur die gastgebenden Japaner, die die Lage der Filipinos, von denen viele illegal im Land sind, ausnutzen, etwa, indem sie sie herablassend behandeln, demütigen und unterbezahlen, sondern auch deren Landsleute selbst. Die Betreiberin eines Host Clubs setzt einen der Männer, der es kaum schafft, Kundinnen zu bezirzen, unter Druck und droht mit Entlassung. Eine ältere Filipina, mit einem japanischen Angestellten per “Katalogbestellung” verheiratet, leiht einerseits jungen Filipinos Geld, andererseits treibt sie die Schulden mit Nachdruck ein. Ein Streit zwischen zwei Filipino-Arbeitern in einer Holzfabrik endet dramatisch. Alle leben ständig in Angst, von den Beamten der Einwanderungsbehörde erwischt und abgeschoben zu werden. Fazit: ein sehenswerter Einblick in eine Welt, die für mich als “legal alien” zum Glück fremd ist, und über die ich noch mehr herausfinden will.

Die Devisen, die die Auslands-Filipinos nach Hause schicken, sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das asiatische Land. Es hat eine Bevölkerung von 100 Millionen; über zehn Prozent leben und arbeiten im Ausland.

 

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